Montag, 27. August 2012

Camp und Ankunft im neuen Zuhause


Hey ho, welcome und karibu,

tut mir leid, dass mein erster Blogeintrag solange auf sich warten lies, aber ich musste das mit dem Internet hier erstmal hinkriegen.
Inzwischen sind schon 2 ½ Wochen vergangen, seit ich hier bin… an einiges hab ich mich schon gut gewöhnt, aber manches ist doch noch sehr neu und fremd.
Die ersten 2 Wochen hatten wir – Freiwillige aus Deutschland, der Schweiz, Finnland, Schweden, Dänemark, Taiwan und Japan – erstmal ein Orientierungs-Camp in Nairobi… dazu mal ein kurzer Ausschnitt, den ich in der ersten Woche geschrieben hab:

Wir wohnen jetzt seit 6 Tagen in einem einfachen Haus auf dem Schulgelände der „State House Girls High School“ in Nairobi, ein wirklich schönes Gelände mit viel Natur, bunten Pflanzen, Kühen, Hühnern,… gestern ist sogar ein Affe an unserem Klassenzimmer vorbeigelaufen.
Wir haben ziemlich viel Programm im Camp, jeden Vormittag 3 ½ Stunden Kiswahili, nachmittags entweder andere Programmpunkte (Themen wie Sicherheit, Krankheiten, Schulsystem, Kultur, etc.) oder irgendwelche Erledigungen in der Stadt, die wegen der „exzellenten“ Planung hier eigentlich immer viele Stunden und viele Fußmärsche beanspruchen. :) Dazwischen gibt’s natürlich Frühstück, Mittagessen, Abendessen und zwei tea times. Viel, viel Essen.
Insgesamt ziemlich viel alles, vor allem die Kiswahili Stunden. Ich mag die Sprache zwar wirklich gerne und will sie auch unbedingt lernen, aber das Lehrkonzept ist nicht so wirklich mit dem deutschen zu vergleichen, die meisten empfinden es als etwas verwirrend, es wird viel durcheinander gemacht und ein System ist eher schwer zu erkennen… aber wie gesagt, trotz allem ist es wirklich interessant und macht Spaß.


Das Camp war insgesamt echt hilfreich, um sich schon mal ein bisschen ans fremde Kenia zu gewöhnen… an die Leute, das Essen, die sanitären Anlagen *g*, das Wetter, die Sprache,... und das nicht komplett alleine sondern mit Unterstützung der anderen Freiwilligen, wirklich tolle Leute, mit denen man ne Menge Spaß haben kann und von denen man sich logischerweise am besten verstanden fühlt, weil sie grade genau das gleiche durchleben.

Am Samstag, den 25.8., kam dann der erste kleine Abschied… alle verließen das Camp, um zum neuen Zuhause zu fahren. Joa, und auch ich wurde abgeholt, von Helen, einer mittelalten Frau, die mir anfangs irgendwie etwas Angst gemacht hat. Außerdem war ich bis dahin der Überzeugung, ich würde in einem Kinderheim arbeiten und dort auch mein eigenes Zimmer haben. Aber hier in Kenia kommen die Dinge meistens anders, als man denkt und plant...
Helen und ich fuhren also mit einem süßen, kleinen Matatu nach Isiolo – sehr anstrengende 4 ½ Stunden. Normalerweise mag ich Matatus gerne, es ist echt witzig, damit rumzutuckern. Aber spätestens nach einer Stunde auf holpernden Straßen, eingequetscht zwischen Helen und Wand, schwitzig und mit voller Blase macht das ganze dann nicht mehr so viel Spaß.
Naja, egal… in Isiolo angekommen wurden wir von irgendeinem Fahrer abgeholt, ich hielt schon die ganze Zeit Ausschau nach dem Kinderheim, aber irgendwie fuhren wir dann in den Hof eines ganz normalen kleinen Häuschens – und Helen meinte nur sowas wie „Willkommen zuhause!“.

Äh ja, und so stellte sich also raus, dass mein neues Zuhause nicht, wie gedacht, direkt im Kinderheim ist, sondern in einer 5-köpfigen Gastfamilie…  und noch besser, nicht nur mein zuhause ist woanders, ich arbeite auch gar nicht im Kinderheim! *g* Komplizierte Geschichte... jedenfalls arbeite ich nun in einer Nursery School, also ner Schule für ganz kleine Kinder zwischen 2 und 6. Mir soll’s recht sein, ich bin ja flexibel… ;)
Meine Gastfamilie besteht aus 3 erwachsenen Schwestern und 2 Töchtern mit 3 und 14. Die kleine, Diana (oder auch „Princess“ genannt *g*), ist super süß, sie kam schon am ersten Tag sofort zu mir, wollte spielen und hat mich auf Kiswahili zugeredet :)  Die ältere, Imelda, geht eigentlich auf die High School in Nairobi und ist jetzt nur während der Ferien hier.

Insgesamt ist es schon sehr ungewohnt, auf einmal in einer großen Familie zu leben, vor allem weil das Familienleben hier in Kenia sehr ausgeprägt ist und man die meiste Zeit eigentlich zusammen im Wohnzimmer verbringt. Es kommt auch ständig irgendwelcher Besuch, Verwandte oder Freunde, die dann den ganzen Tag hier sind… also so ganz den Überblick hab ich jedenfalls noch nicht.^^

Heute war ich außerdem zum ersten Mal in meinem Projekt, eine kleine, süß gestaltete Schule. Da die Kinder noch Ferien haben, waren wir hauptsächlich mit irgendwelchen Vorbereitungen beschäftigt – ich durfte eigentlich den ganzen Tag Plakate malen, mit irgendwelchen Dingen und den englischen Namen drunter… und alle waren  ganz begeistert von meinen „Malkünsten“ und meiner Schrift und so. Naja, ich bin eben ein ordentlicher und perfektionistischer Deutscher :D
Hat jedenfalls echt Spaß gemacht heute und ich hab mich zum ersten Mal ansatzweise nützlich gefühlt… ich glaub, ich bin echt froh, wenn ich ne feste Aufgabe hab.
 
Im Projekt heute hab ich auch eine ehemalige, deutsche Freiwillige getroffen, die hier vor 2 Jahren gearbeitet hat und momentan zu Besuch ist. Tat ganz gut, mit ihr ein bisschen zu reden, sie hat mir einiges über die Stadt und die Familie erzählt und einige Unklarheiten beseitigt. Morgen kommt sie nochmal vorbei und zeigt mir einige Plätzchen in der Stadt… bin mal gespannt. :)
     
Naja, genug für heute… ich will ja keinen Roman schreiben. Bald kommen auch Bilder, wenn ich meinen Internet-Stick wieder aufgeladen hab. ;)

Ich hoffe euch geht’s gut! Bis bald, Leute.

(über Kommentare würd ich mich natürlich freuen ;))

1 Kommentar:

  1. Hallo meine Liebe,
    Hört sich ja alles ganz gut an.. Afrika ist immer anders als erwartet aber vielleicht ist es ganz gut so das du nicht in einem Kinderheim arbeitest zehrt sehr an den nerven...
    Man man man ich dachte nie das du mal weggehst Wahnsinn ;D
    Also hier in Deutschland ist alles gut, Wetter beschissen Menschen auch ^^..

    Hab deinen dad getroffen er hat mit viel Wehmut und stolz erzählt das du jetzt nach Afrika geht
    war nett mal wieder mit ihm zu quatschen ..
    Am See bin ich auch deiner Mama über den weg gelaufen hihi
    Also will.ja nun auch keinen Roman schreiben. Lass dir keinen Kerl aufdrangen die schwarzen machen hier in Deutschland nur Ärger ;)
    Haha Nein.
    Auf jedenfall wünsche ich dir Ne gute Zeit und ich Freu mich von dir zu hören :)
    Slaimie und ich sagen ciao

    Hab dich lieb

    Nadia :*

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