Hallo hallo,
viel Neues gibt es nicht zu erzählen, aber da ich mir ja vorgenommen hab, wieder regelmäßiger zu schreiben, tu ich das jetzt auch.
Wobei es eigentlich doch schon eine wichtige Neuigkeit gibt: Ich werde voraussichtlich nächste Woche mein Projekt und somit auch meine Familie wechseln.
Genaueres darüber weiß ich allerdings noch nicht und da der ICYE diese Nachricht auch nicht mir, sondern meiner Gastfamilie mitgeteilt hat (ja, hier herrschen so ein paar kleine Kommunikationsprobleme *seufz*), weiß ich eigentlich gar nichts.. ;)
Zum einen bin ich froh, von hier wegzukönnen, zum anderen ist es auch schwierig, sich nun wieder auf eine komplett neue Umgebung einzustellen. Eigentlich fühl ich mich gerade viel zu kaputt und kraftlos, um jetzt wirklich offen für eine neue Familie und ein neues Projekt sein zu können.
Aber ich werd es definitiv versuchen.
Zur letzten Woche:
Da ich immer noch krank bin, und die bisher 2 verschiedenen Hustensäfte, 3 verschiedenen Anti-Erkältungsmittel und das Antibiotikum keine Wirkung gezeigt haben, bin ich vorgestern mal zu einem Arzt gegangen. Das war vielleicht was! Das Wartezimmer hat eher einer alten Berghütte geähnelt, als einem Raum in einer medizinischen Einrichtung, und als ich nach einer Stunde immer noch wartend auf meinem Platz saß, während die Leute um mich rum immer kamen und gingen, hab ich festgestellt, dass die Behandlungsreihenfolge der Patienten wohl keinerlei Logik folgt. Als ich eine Wartende neben mir nach dem System gefragt hab, meinte sie nur: "Naja, du kannst hier warten und warten, solange du willst. Aber du kannst jetzt auch einfach reingehen." Ja, so einfach ist das also.
Als ich die ganze Tortur dann hinter mir hatte und mich mit dem Arzt ausführlich über seine in Düsseldorf studierende Tochter unterhalten hab, waren etwa 3 Stunden vergangen und auf meinem "Rezept" (ein einfacher Schmierzettel) standen die Namen zweier Medikamente (u.a. mal wieder ein Antibiotikum). Angeblich soll ich eine Harnwegsentzündung haben, was für mich allerdings nicht viel Sinn ergibt... ich huste, schnupfe, hab Fieber, Bauchweh und das Atmen tut manchmal weh - klarer Fall, eine Harnwegsentzündung! (Ironie)
Nunja, trotzdem nehme ich jetzt mal schön brav meine Medizin und warte ab.
Dadurch, dass ich einmal zum Arzt und einmal zur Apotheke musste, hatte ich ausnahmsweise mal 2 freie Nachmittage, und da heute auch noch ein muslimischer Feiertag ist (ein Opferfest, Īd ul-Adha genannt) und ich deshalb heute wieder frei hatte, war es eine recht kurze und dadurch ganz erträgliche Schulwoche.
Was diese Woche außerdem noch besonders war: Wir haben zum ersten Mal zuhause ein Huhn geschlachtet! Als Hellen von einer Nairobi-Reise zurückkam und mit einem riesen Gockel unterm Arm zum Tor reinspazierte, wurde mir schon ganz mulmig zumute. Trotzdem wollte ich unbedingt bei der Aktion zusehen. Als der Hahn schließlich mit seinen zusammengebunden Füßen in einer dunklen Ecke der Küche lag, hab ich mich zu ihm gesellt, ihn ein bisschen gestreichelt und wir haben gemeinsam auf sein baldiges Ende gewartet...
Als Hellen dann mit unserem gewöhnlichen Brotmesser hereinkam, war es soweit. Sie schleppte das Ding nach draußen, legte ein Tablett unter dessen Kopf, packte fest zu und schnitt dem Tier langsam, aber sicher die Kehle durch.
Ein paar Stunden später lag das Ding dann in Soße schwimmend in einem Topf auf unserem Esstisch. Ich wollte zuerst nichts davon essen, hab es dann aber doch getan - besser so ein Tier, als eines aus einer deutschen Massenhaltung und Massenschlachtungsanlage. Naja, es war seltsam, aber uh, ich sag euch, es war das beste Hühnchen, das ich je gegessen hab. Kein Vergleich zu den Brathendl, die es bei uns zu kaufen gibt.
Nunja... soviel zu letzter Woche.
Beim nächsten Mal wird es wohl wieder mehr Neuigkeiten geben, denn höchstwahrscheinlich hab ich dann schon mein Zuhause gewechselt...
Also bis bald,
Jenny
Hey Jenny,
AntwortenLöschenDein Blog ist sehr interessant! Ich habe auch vor, nächsten Sommer ein Jahr in Kenia zu verbringen.
Lernst du dort drüben auch Kikuyu? Meine Englischlehrerin ist auch aus Kenia uns hat mir schon viel über Kenia erzählt.
Aber natürlich ist das Leben dort als Landsfrau etwas anderes, als wenn man als mzungu dort lebt.
Wenn ich dich das fragen darf: Hattest du manchmal Angst, dass du in Kenia überhaupt nicht zurecht kommst?
Liebe Grüße
Thomas Wening