Donnerstag, 18. Oktober 2012

Matschkuchen mit Schokosträuseln...

Hallöchen...

Nach über 3 Wochen und vielen neuen Geschehnissen meld ich mich nun endlich mal wieder hier.
Die letzte Zeit war nicht ohne, zum einen voller kleiner, schöner neuer Erfahrungen, zum anderen aber auch sehr stressig, nervenraubend und teilweise grenzwertig.

Angefangen haben die Schwierigkeiten vor ca. 2 Wochen. Ich geh jetzt nicht ins Detail, das würde viel zu lange dauern und ist auch nicht wirklich für die Ohren der Öffentlichkeit bestimmt. Jedenfalls gab es einige Probleme mit meiner tauben Gastcousine, die seit ca. 5 Wochen bei uns wohnt. Ich hab mich in dieser Sache recht stark für sie eingesetzt, weil ich als Mensch mit Moral und Werten doch eine gewisse Verantwortung für die Dinge spüre, die um mich rum passieren. Nun ja, aber das war für meine Gastmutter dann etwas zu viel des Guten und es gab einen recht heftigen Streit mit vielen grundsätzlichen Meinungsverschiedenheiten und der angedeuteten Drohung, mich "rauszuwerfen".

Auch wenn wir uns recht schnell wieder vertragen und entschuldigt haben, liegt hier seit dem etwas Ungutes in der Luft. Dazu kommen viele merkwürdige Gerüchte und Geschichten über meine Gastmutter und das alte Projekt hier (das Kinderheim, in das ich eigentlich hätte kommen sollen) und mittlerweile ist es wirklich schwierig für mich, zu beurteilen, wem ich hier vertrauen kann und wem nicht.

Die Schule ist von Zeit zu Zeit auch sehr anstrengend geworden. Es ist schwer, von den Kindern respektiert zu werden, ohne die hier immer noch verbreiteten "Bestrafungsmethoden" - sprich, die Kinder auch zu schlagen - anzuwenden.
Ich mag die Kinder und die Lehrer nach wie vor sehr gerne, aber es ist zum Teil wirklich eine Herausforderung für mich. 35 kleine Kinder, ca. 43 Stunden die Woche - das muss man mögen. ;)

Als ich dann letztes Wochenende mal wieder in Nairobi war - eigentlich um meine Arbeitserlaubnis abzuholen und mein Visum zu verlängern - hab ich die Gelegenheit genützt und hab mit den Leuten vom ICYE (meine Organisation hier) über die Probleme geredet. Im Grunde wurde ich dort ganz gut verstanden und als ich den Wunsch geäußert hab, meine Familie / Projekt zu wechseln, meinten sie, sie würden sich nach etwas Neuem umsehen.
Nun - wieder zuhause - warte ich also auf Neuigkeiten aus Nairobi und bin gespannt, wie alles weitergehen wird. 100% sicher bin ich mir nicht, ob ein Wechsel wirklich das Beste ist... manchmal genieße ich mein Leben hier ja doch und manchmal schätze ich auch meine Familie hier wirklich sehr. Aber noch weitere 9 1/2 Monate hier bleiben? Es ist schwierig.

Jetzt aber endlich mal zu den guten Seiten des Lebens, zu den kleinen Freuden, die das alles hier doch irgendwie schön und wertvoll machen.
Ich liste einfach mal auf, denn das meiste davon kann man eh nicht beschreiben :) :

Ein kenianischer Kindergeburtstag (grooß, viel Essen, Musik und tanzen) ... Zuckerrohr essen im Mondenschein (das Zeug bricht einem die Zähne!) ... der erste Regen und nun endlich die Regenzeit (und damit einhergehend: barfuß durch Matsch und Dornen waten ;)) ... lange, wortlose Gespräche mit meiner tauben Gastcousine ... Rastazöpfe geflochten bekommen (..und sie nach 2 Wochen selbst wieder auffusseln = 6 Stunden und eine schlaflose Nacht ;)) ... Pizza (!) essen mit den anderen Freiwilligen in Nairobi ... sich sein Handy vom Ohr stehlen lassen und den Dieb über eine Autobahn verfolgen (ok, das ist keine gute Seite des Lebens, aber dafür spannend *hust*) ... drei Tage bei Fine (einer anderen deutschen Freiwilligen) schlafen, viel quatschen, lachen, aufregen und das erste Mal selbst Ugali kochen (zuhause darf ich nicht kochen :( ) ... ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte essen ... einen Slum von innen sehen ... kenianische Schulexamen mit meinen 3-jährigen Kindern schreiben (jaa, das ist ein bisschen früh.. aber es war interessant) ... ein Kamel streicheln ... im strömenden Regen mit einem Gartenschlauch Blumen gießen ...
.. und viel, viel mehr.

Jap, das ist also momentan mein Leben in Kenia. Bald werd ich wieder mehr schreiben und den Blog wieder ordentlich auf dem Laufenden halten, nur die letzte Zeit war einfach sehr chaotisch und schwierig zu beschreiben.

Und jetzt werd ich noch meinen ausnahmsweise mal freien Tag genießen (ja, ich bin mal wieder krank und heut nicht in der Schule) und aaaallen fehlenden Schlaf nachholen ;)

Bis bald, ihr Lieben!
Haltet die Ohren steif.. ich machs auch. ;)

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