Dienstag, 25. September 2012

Wildlife-Camping, Nairobi und Tropenkrankheiten...

Jambo, ihr Lieben!

Seit gestern Abend bin ich wieder zurück in Isiolo, nach einem Camping-Wochenende in Konza und 1 1/2 Tagen in Nairobi.
Konza ist eine Stadt ungefähr 70 km südlich von Nairobi ... wir waren allerdings nicht in der Stadt, sondern mitten in der Pampa. Man stelle sich also eine Steppe vor, seehr viel trockenes Gras, vereinzelt Bäume und Büsche, wild herumlaufende Tiere und mittendrin unser kleines Zeltlager.

Aber dazu gleich noch... erstmal musste ich natürlich wieder nach Nairobi fahren, in einem "überaus bequemen" Matatu, zerquetscht von einer äußerst wohlbeleibten (aber netten) Kenianerin und umringt von 2 extrem schmatzenden Kaugummi-kauenden Männern...
Zu allem Überfluss ging es mir körperlich immer noch nicht gerade gut, und obwohl ich eh schon zu spät dran war, beschloss ich, dass es vielleicht doch sinnvoll sein könnte, mich vor dem Camp in Nairobi mal auf Malaria testen zu lassen.
Dort angekommen hab ich mich also mitsamt Gepäck auf die Suche nach einem Schnelltest-Labor gemacht und wurde in der 4. Apotheke dann auch fündig. Also, Blut abgenommen, gewartet, gewartet und - jaa, das Ergebnis.... wie? Was steht da auf dem Zettel?? Malaria und..? Wie? .. Typhus? ... ähm, okay.
Gut, ich hab also eine leichte Malaria und Typhus (die Typhus-Impfung in Deutschland war dann wohl nicht sehr hilfreich...). Aber halb so schlimm, sowas kommt in Kenia ständig vor, die Ärzte kennen sich damit aus und haben mir sofort die richtigen Medikamente mitgegeben...

Nun stand dem Camp also nichts mehr im Wege und nachdem ich im riesigen, chaotischen Nairobi tatsächlich den vereinbarten Treffpunkt und die anderen Freiwilligen gefunden habe, war ich trotz krank-sein erstmal glücklich. :)
Es tat gut, die anderen wieder zu sehen und Erfahrungen austauschen zu können - man stellt wirklich viele Gemeinsamkeiten fest, viele von uns haben gleiche Erlebnisse, gleiche Schwierigkeiten, aber auch gleiche kleine Alltagsfreuden... man merkt einfach, dass man nicht alleine ist und das macht definitv Mut.

Das Camp an sich war dann ganz nett, aber bis auf eine paar Stunden wilde Tiere gucken haben wir eigentlich nichts besonderes gemacht (was mir in meinem Zustand ganz recht war, aber wofür das Geld und der weite Weg doch ein bisschen schade war).
Die Mini-Safari war aber wirklich schön, wir saßen alle auf dem Dach eines Busses (jaa, das ist wackelig!) und sind durch die Wildniss gebrettert... leider gab's keine Elefanten, aber dafür Zebras, Giraffen, Gnus, viele Antilopen, Strauße und andere undefinierbare Wildtiere (Fotos folgen...).
Ist ein tolles Gefühl, solche Tiere einfach in freier Wildbahn zu sehen! Es gab dort auch Löwen und Geparden (sogar einen weißen!), aber leider haben wir die nicht gesehen... obwohl sie anscheinend nur 3 km von unserem Zeltplatz entfernt waren.

Im Endeffekt war ich dann allerdings ganz froh, als wir wieder in Nairobi ankamen. Da es am Sonntag schon zu spät zum heimfahren war, hab ich mir mit 3 anderen Freiwilligen ein kleines Hotelzimmer genommen und zusammen mit Mette, einer äußerst sympathischen Dänin, hab ich noch etwas die Stadt unsicher gemacht (bzw. ich denke, die Stadt hat eher uns unsicher gemacht...).
Das Stück Kuchen, das ich an diesem Tag gegessen hab, werd ich wohl niemals vergessen... es war ungemein lecker und nebenbei der erste Kuchen seit mindestens 6 Wochen. Jaja, wie sehr man die Dinge doch schätzen lernt... :)
Nach dem Gaumenschmaus waren wir auf einem riesigen, bekannten Maasai-Markt ("Maasai" ist der Name eines Stammes hier, der meist noch sehr traditionell lebt). Ich liebe und hasse diesen Markt. Es gibt unglaublich schöne Dinge dort, von afrikanischem Schmuck über Töpfereien, Holzarbeiten, Klamotten und Karten bis hin zu Müllskulpturen... wirklich alles mögliche und sehr beeindruckend. Aber: wenn man aus diesem Markt tatsächlich wieder rausfindet (was schonmal einige Stunden dauern kann), hat man nicht nur meist viel mehr Geld ausgegeben als man wollte, man ist außerdem einfach nur fertig mit der Welt.
Als Weißer wird man dort wirklich von allen Seiten angeredet, angegrapscht, jeder will dir etwas verkaufen, jeder will dich zu seinem Stand zerren, jeder will mit dir reden, vielleicht noch deine Handynummer oder auch nur einen Händedruck. Man muss wirklich hart zu den Menschen sein, um dort halbwegs klarzukommen.
Nairobi an sich kann (gerade als Weißer) schon wirklich anstrengend sein, aber Märkte sind meist noch die Krönung...
Natürlich ist der Maasai-Markt trotz allem einen Besuch wert und ich kenne mich - man wird mich dort auch beim nächsten Nairobi-Ausflug wieder finden... :)

Sosoo... wieder ein langer Eintrag heute, obwohl ich immer noch kaputt und müde bin (naja, wann bin ich das hier nicht?!)...

Nunja... seit heute gibt's für mich nun jedenfalls wieder Alltag... aber auch der wird wohl so schnell nicht langweilig werden. Was zu erzählen gibt's hier eigentlich immer...

Die nächsten Tage gibt's ein paar Fotos von Konza... und ansonsten - bis zum nächsten Eintrag! ;)
(Kommentare sind immer noch gern gesehen ;))

Liebe Grüße,
Jenny

2 Kommentare:

  1. Na, dann bist du ja jetzt auch körperlich in Kenia angekommen, du Arme. Ich hoffe, die Medikamente schlagen an und es geht dir bald besser! Liebe Grüße aus dem verregnet-herbstlichen Oberbayern:) von müsli

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  2. also erstmal... müsli weiß, dass sie müsli heißt??? und müsli nennt sich auch müsli??? sehr cool, frau müsli :D
    und mami, erstmal GUTE BESSERUNG!!! und liebe grüße auch von meinen eltern, die fragen immer, obs schon was neues von deinem blog gibt ;)
    dieses camp und der maasai-markt hören sich echt toll an! und die elefanten kommen sicherlich auch noch ;)
    jetzt bist du schon fast 2 monate weg, wie schnell doch die zeit vergeht...
    machs gut und werd schnell wieder gesund und melde dich bald mal wieder!

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